12. Jan 2012

Gypsy & the Cat: Der australische Handy-Hit

Verfasser: Das Team In: Independent

Werbung in Deutschland hat eine lange und erfolgreiche Geschichte. Vom klassischen Werbeträger des glattrasierten Bubis mit makellosem Lächeln bis hin zum kauzigen Sympathieträger wie Dirk Nowitzki lässt sich in der Moderne jedoch immer wieder eine Konstante ableiten : gute Werbung braucht gute musikalische Untermalung.

Dass besonders Telefonanbieter ein gutes Gespür für neue Musik beweisen, scheint hierbei kein Zufall zu sein. Eine ganz besonders gute Wahl hat Vodafone in seinem neuen Spot bewiesen und die australische Band Gypsy & The Cat unter Vertrag genommen.

Das Duo um die ehemaligen Melbourner Djs Xavier Bacash und Lionel Towers startete bereits 2010 mit ihrer Debüt-Single „Gilgamesh“ insbesondere in Australien durch, das ja nicht zuletzt für seine Liebe zu Indie-Pop über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. So konnten die beiden Aussies als Vorband in Kylie Minogues Aphrodite Tour mit ihrem durch die 80er Jahre beeinflussten Sound brillieren, der besonders in Tracks wie “Jona Vark” zum Tragen kommt. Weiterer Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und bald war der Name Gypsy & The Cat in aller Munde, und das weit über die Grenzen des Kontinents.

Der Mobilfunk- und Handyanbieter Vodafone dürfte sich über den internationalen Erfolg der Band zweifelsohne freuen, sichert er doch auch der Markenkampagne des Telekommunikationsriesen beträchtliche Aufmerksamkeit. Nach Ragnar Solbergs “Heroes” und dem Hit “Way Back Home“ vom französischen Pop-Wunder Bag Raiders hat der Telefonanbieter ein weiteres Mal musikalisch ins Schwarze getroffen. Dass ausgerechnet wieder eine australische Band im Fokus steht, darf man hierbei nicht vergessen. Schließlich war es Vodafone, das die damals noch in Deutschland recht unbekannten Empire Of The Sun mit ihrem Song „We Are The People“ dem Zuschauer präsentierte.

 

11. Jan 2012

Indie aus Island: Dikta

Verfasser: Das Team In: Independent

Reykjavik © jerome Dillard - Fotolia.com

Reykjavik © jerome Dillard - Fotolia.com

Erstaunlich das wir erst jetzt etwas von der isländischen Band Dikta hören – machen diese doch bereits seit 1999 zusammen wirklich gute Indie-Pop Musik. Sicher liegt es daran, dass die Band ihr erstes Album Andartak noch komplett in isländisch aufnahm.

Denkt man als Nicht-Kenner von Dikta bei Island sofort an Björk und ihren mystischen Sound, kann hier nur gewarnt werden vor der “Island-Schublade”. Dikta gehören definitiv nicht dort hinein.

Die vier Bandmitgleider sind bereits seit ihrer Kindheit befreundet und erreichten beim isländischen Musikwettbewerb “Músíktilraunir” das Finale. Für ihre Karriere bedeutete dies einen ordentlichen Sprung nach vorn. Dikta sind inzwischen bei Festivals in England, Dänemark und in der Heimat Island aufgetreten und haben sich sogar einen Namen beim berühmten “Rolling Stones” Magazine ergattert. Eine der Singles aus ihrem isländischen Debütalbum erreichte sogar den ersten Platz der islämdischen Singlecharts.

Nach dem ersten Album folgte 2005 Hunting for Happiness. Produziert wurde es von keinem geringeren als Ace, dem Gitarristen der Band Skunk Anansie. Eines haben Sie mit Björk auf dieser Platte dann doch gemeinsam – Gabríela Friðriksdóttir zeichnete das Album Artwork und hat vorher auch schon mit Björk zusammengearbeitet. Ihre Texte haben sie hier zum ersten mal komplett in Englisch aufgenommen und die Platte wurde nun auch in Dänemark (2006) und Großbritannien veröffentlicht (2007). Nach der Veröffentlichung konnte es nun endlich auch mit dem internationalen Erfolg losgehen. Ihr drittes Werk hat ihnen dabei noch einmal einen ordentlichen Schub gegeben. Get it togehther hatte seinen internationalen Releasetermin 2011 und hat die vier Jungs nun auch in Deutschland bekannt gemacht.

Haukur, Jón, Jón und Skúli verbinden in ihrem dritten Album kraftvolle Medlodien mit Schwermut und Pathos. 13 Titel – eine Mischung aus Gitarrenmusik, Bass, Schlagzeug und einer ausdrucksstarken Stimme, macht den Sound des Drittlings zu einer runden Sache. Kritiker vergleichen die Isländer unter anderem auch mit Coldplay, Muse und Snow Patrol.

Wer die Indie-Pop-Band noch nicht kennt, sollte dies nachholen – auch wenn ihre Musik an einigen Stellen vielleicht noch ein paar Ecken und Kanten verdient, schaffen sie es ein paar neue und vor allem andere Töne in die “Island-Schublade” zu tun.

 

Portugal The Man. Dieser seltsam anmutende Name gehört zu Alaskas angesagtestem Musikexport. Die Indie-Rock-Band fand sich 2004 in Wassilla, einem kalten, einsamen Ort zusammen. Auf Atlantic Records ist nun ihr neues Album “In the Mountain in the Cloud” erschienen. Es ist die erste Produktion, die die Band auf einem Major Label veröffentlicht. 

Der Wechsel ermöglicht ihnen einen aufwendigen Videodreh zu der Single “Sleep Forever”. Das Ergebnis ist ein 13-minütiger Kurzfilm, voller versteckter Botschaften, der in der eisigen Landschaft ihrer Heimat spielt und perfekt mit der melancholischen Stimme des Frontsängers John Gourley harmoniert. Der Sound hat nicht mehr viel mit Postcore, oder gar Hardcore zu tun, dem Genre aus dessen Dunstkreis sich die Band einst zusammenfand. Die Bandmitglieder John Gourley und Zach Carothers, die bekanntlich Mitglieder der Hardcore-Punk Band Anatomy of a Ghost waren, haben die Stilrichtung so offensichtlich gewechselt, dass man das neue Album getrost als musikalische Neuerfindung bezeichnen kann. 

Psychedlische Elemente, Gitarrenriffs, die direkt aus den 70er stammen könnten und ein Hauch Bowie, sorgen für einen verspielten Sound, der ganz von der mystischen Stimme Gourleys getragen wird. Gehässige Stimmen werden Parallelen zu The Antlers ziehen, der Individualität des neuen Albums würde das aber in keinem Falle gerecht. 

Freunde melancholischer Musik, die durch ihre Schwermütigkeit eher zum Träumen als zum Selbstmord animiert, sind hier genau richtig. Denn trotz der offensichtlichen Traurigkeit die Songs wie “Sleep Forever” anhaften, ist da immer noch die Sehnsucht und das Fernweh. Man kann sich die Kulisse der Eislandschaften Alaskas bildlich vor dem inneren Auge vorstellen. 

Definitiv das richtige Album, dass einen den tristen, regnerischen Winter in der deutschen Einöde, die manchmal gefühlstechnisch kälter ist als Alaska, vergessen zu lassen. 

25. Nov 2011

Vorgestellt: Megadeth

Verfasser: Das Team In: Metal

Die Band Metallica dürfte jedem ein Begriff sein. Selbst denjenigen welche eigentlich gar kein Metal hören und viel sanftere Töne anschlagen. Jedoch ist der Name so bekannt, da er zum einen sehr leicht einzuprägen ist und zum anderen auch einer Band gehört welche mit Liedern wie “Nothing Else Matters” kommerzielle Erfolge feiern und somit größere Bekanntheit erlangen konnten.

Den Sänger Dave Mustaine dürften dagegen nur eingefleischte Metallica Fans kennen. Dieser ist Sänger, Gitarrist und Songwriter. Doch was der mit Metallica zu tun? Eigentlich ganz einfach. Denn Mustaine war ein Gründungsmitglied Metallicas. So stand er damals 1982 beim allerersten Metallica-Gig mit diesen auf der Bühne. Den eingefleischten Fans ist er nur deswegen bekannt, da er schon ein Jahr später wieder gefeuert wurde und somit kaum Bestandteil der Bandgeschichte ist. Jedoch gründete der Rotschopf eine andere auch erfolgreiche Metal-Band. Dabei handelt es sich um die Band “Megadeth” welche 1985 ihr erstes Album aufnahm.

Charakterisieren für Megadeth dürfte sein, dass die Besetzung ständig wechselte und man sich somit vor allem nur Dave Mustaines Namen merken musste. Nicht selten geschah es, dass sogar während einer Tour der Bassist oder der Drummer ausgetauscht wurden.

Die Band war recht erfolgreich und konnte vor allem Ende der 80er Metallica die Stirn bieten. In den 90er gab es dann ein großes Tief, da die Band versuchte kommerzieller zu werden und somit sanftere Musik zu spielen. Letztendlich trennte sich die Band 2002.

Überraschenderweise fand sich die Band dann 2004 wieder neu zusammen um weitere Alben aufzunehmen. Davon konnten einige recht beachtliche Erfolge aufweisen. Das letzte Album wurde nun im Oktober 2011 produziert und man darf gespannt sein welche Töne es diesmal anschlägt.

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23. Nov 2011

Bandporträt Iron Maiden

Verfasser: Das Team In: Metal

Auf Musikfestivals oder Konzerten, wo Rockmusik gespielt wird, geht es bekanntermaßen sehr “rockig” zu. Wie immer die Definition auch aussehen mag, sieht man auf den Bühnen gerne den ein oder anderen Musiker sich beherzt in den Schritt greifen oder aber vor Schweiß triefend seine Gitarre auf dem Boden zu zertreten. Beim Metal geht es noch einen Schritt weiter und findet seinen Höhepunkt in durchgeschwitzen Männern – und mittlerweile auch Frauenkörper –, die ihre Haare offen durch den Raum wedeln lassen und fleißig mitbrüllen. Dabei gilt besonders Iron Maiden als Vorbild einer faszinierten Generation. Dabei kennst sie wohl jeder, der schon einmal in den Kontakt dieser Musik gekommen ist und dabei muss man nicht vor 1975 geboren sein – Iron Maiden ist eine Legende.

Damals wollte der 15-jährige Steve Harris seine Karriere als Fußballer nach vorne bringen. Leidenschaftlich trat er gegen den Ball und war allerdings auch so ein begabter Junge. Er schuf sich seinen ersten Bass an und war von da an nicht mehr davon los zu bekommen. Erst geht er zu einer Band, die auf den Namen Influence hört, sich später dann Gypsys’s Kiss nennen. Sie schmeißen ihn vor die Tür, er gründet seine eigene Band, die seit 1975 einen Namen behalten sollte: Iron Maiden. Auch wenn die Bandkonstellation ab und an wechselte, etablierte sich die Band nach einigen Höhen und Tiefen. Damals standen die Genres Punk und New Wave besonders in der Gunst der Zuhörer, von Metal wollte man noch nicht viel wissen und so konnte man auch nicht all zu oft auftreten. Die Band wird immer besser und spielte im legendären Marquee Club in London, bis dann ein Talentsucher von EMI die Band unter Vertrag nimmt.

 

22. Nov 2011

Black Sabbath spielen ein Konzert in Deutschland

Verfasser: Das Team In: Metal

Black Sabbath, Foto: red5standingby_flickr

Black Sabbath, Foto: red5standingby_flickr

Viele Heavy-Metal Fans werden derzeit unruhig bei sich zu Hause sitzen und den 25.11.2011 kaum abwarten können. Denn dann startet der Ticketverkauf des einzigen Deutschlandkonzert von “Black Sabbath” in Dortmund. Wie? Was? Black Sabbath? Aber doch nicht in Originalbesetzung? Oh doch! Es haben sich die vier Bandmitglieder Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward zusammengefunden um ein neues Album aufzunehmen und eine gigantische Welttournee zu starten.

Das letzte Album von Black Sabbath ist aus dem Jahr 1978 und liegt somit schon stolze 33 Jahre zurück. Wie passend, dass zu dieser Schnapszahl die Mitglieder auch noch am 11.11.11 auf einer Pressekonferenz bekanntgaben, sich wieder als Band zu formieren und eben besagtes Album und Tour zu starten.

Black Sabbath gelten als Gründungsväter des Heavy Metals schlechthin und haben damals das Paradigma der Rock-Musik gehörig durcheinander geworfen. So feierten sie vor allem mit ihren ersten beiden Alben “Black Sabbath” und “paranoid” unglaubliche Erfolge und sind unter anderem deswegen in der “Hall of Fame” des Rocks wiederzufinden. Natürlich haben auch ihre Verkaufszahlen von über 70 Millionen verkauften Alben dazu beigetragen und die Grammy-Auszeichnung war dabei sicherlich auch mehr förderlich als Hindernis.

Den ersten Auftritt ihrer geplanten Welttournee werden sie dabei in England haben und treten als Headliner des des Mega Festivals “Download Festivals” auf. Am 4. Juni 2012 ist dann das für deutsche Fans heißersehnte Dortmundkonzert in der Westfalenhalle. Das Album welches gerade produziert wird soll im September 2012 erscheinen und ist noch absolut Top-Secret, da die Band keine Informationen in diese Richtung durchsickern lässt. Fest steht auf jeden Fall, dass es immerhin das 9te Album der Band sein wird und das kaum eine andere Band von sich behaupten kann zwischen zwei Alben einen Zeitraum von 33 Jahren verstreichen lassen zu haben.

18. Nov 2011

Lou Reed und Metallica

Verfasser: Das Team In: Rock

Metallica, Foto: skuds_flickr

Metallica, Foto: skuds_flickr

Lou Reed hat sich mit der Band Metallica zusammengetan und das Projekt “Lulu” gestartet. Der Name Lulu bezieht sich auf das gleichnamige Drama von Frank Wedekind. Das hat einige Fans der Heavy-Metal-Band erstaunt bis erzürnt. Denn die Musik ist ganz anders, als Metallica-Fans gewohnt sind. Die Lieder sind oft langsam, haben klassische Strukturen und Lou Reeds monotoner Sprechgesang legt sich über die Töne. Der Schlagzeuger von Metallica, Lars Ulrich, ist sich durchaus bewusst, dass das Werk teilweise schwer verdaulich und schwierig anzuhören ist. Er meint, dass es deswegen auch für sie selbst schwer sei, die Stücke zu spielen. So soll der, seinerseits schwer verdauliche Stoff der Tragödie “Lulu” wiedergegeben werden. In dem Drama geht es um das Straßenmädchen Lulu, die sich als eine Art Femme Fatale durchschlägt und verschiedene Berziehungen zu Männern hat und letztendlich von Jack The Ripper getötet wird. Die Musiker fanden, dass die Erzählung immer noch sehr aktuell sei. Reed erklärt das Drama so, dass Lulu einfach nur Spaß haben wolle, die Männer das aber nicht aushielten. Reed hatte die eingespielten Stücke eigentlich für eine Inszenierung am Berliner Ensemble geschrieben. Das Thema ist für den Rockpoeten nichts Neues, schon 1973 hatte er auf seinem Album “Berlin” über Drogenopfer und die Liebe unter ihnen gesungen. 

Die Musiker hatten sich 2009 bei einem Konzert kennen gelernt und sich dann zu diesem Projekt entschieden. Beide Seiten waren ganz begeistert von dieser Idee und fühlen sich bereichert durch diese, eher außergewöhnliche Erfahrung. Lou Reed meinte, die Jungs von Metallica seien die Brüder, die er immer gesucht habe, es gäbe also niemanden, mit dem das Projekt besser funktioniert hätte. 

09. Nov 2011

Ein Hommage : The Smiths

Verfasser: Das Team In: Gothic & Wave

© Nick Freund - Fotolia.com

© Nick Freund - Fotolia.com

In den letzen Jahrzehnten der Musikgeschichte gab es immer wieder Bands, die von wegweisender, stilgebender Bedeutung für folgende Generationen waren. Bands wie die Beatles, The Doors, Joy Division, oder Nirvana prägten ganze Jugendsubkulturen. Eine dieser avantgardistischen Bands, die bis heute wie keine andere für den Sound der Indie-Jugend steht, sind The Smiths.

Der damals 18-jährige Gitttarist Johny Marr beschloss im Jahre 1982, dem tristen, grauen Alltag des Molloches Manchester zu entfliehen und eine Band zu gründen. Eine in der damaligen Musikszene schon leidlich bekannte, exzentrische Figur sollte unbedingt Teil dieses Projekts werden. Gemeint ist der Sänger Steven Patrick Morrissey, der zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre alt war. Morrissey willigte ein und die Beiden begannen erste Songs für das Bandprojekt zu schreiben. Nach und nach kamen noch Mike Joyce als Schlagzeuger, sowie Dale Hibbert als Bassist hinzu. 

1983 gab Rough Trade Records den Smiths, die ihren Bandnamen angeblich zwecks seiner Gewöhnlichkeit und Schlichtheit gewählt hatten, die Möglichkeit zur Produktion einer ersten Single. “Hand in Glove” wurde am 13. Mai 1983 veröffentlicht und hatte kommerziell nur mäßigen Erfolg. 

Das mit dem Bandnamen betitelte erste Album kam 1984 auf den Markt und erreichte prompt den zweiten Platz der Britischen Charts. 1985 folgte das Album “Meat is Murder”, sowie zwischen 1986 und 1987 drei weitere Longplayer. 

Da sich Morrisey und Marr musikalisch unterschiedlich entwickelten erfolgte die Trennung der Band schon im Jahre 1987.

Inhaltlich verarbeitete Morrissey vor allem seine depressive Jugendzeit. Die Flucht aus der Ex-Industriestadt Manchester in literarische Gefilde spiegelt sich auch in den Texten der Smiths wieder. Morrisseys Lieblingsautoren Delaney und Wilde werden vor allem in der Anfangszeit unverhohlen mit in die Songtexte eingebunden. Motive wie Außenseitertum, unerfülltes sexuelles Verlangen, verlorene Illusionen machen die Smiths zur Stimme einer verlorenen, melancholischen Generation. Sie sind maßgeblich an der Entstehung des Indie-Rocks beteiligt und werden auch heute noch von Scharen skinny-Jeans tragender Jugendlicher vergöttert.

09. Nov 2011

Heavy Metal Ahoi – Kreuzfahrtschiff mit Rockmusik

Verfasser: Das Team In: Metal

Unzählige Handtücher liegen auf unzähligen Sonnenliegen am Pool, betagte Damen und Herren liegen auf Deck im Schatten der Sonnenschirme und lassen sich gekühlte Getränke mit Schirmchen servieren. Animateure versuchen jeden mit künstlichem Lächeln zu mehr Aktivität zu animieren. Zu den Essenzeiten machen sich die Massen auf den Weg in die Buffet-Restaurants, wo nur wenige Stunden später der Tanzabend den Höhepunkt des Tages makiert. So oder so ähnlich stellt man sich eine Reise auf einem Kreuzfahrtschiff vor. Und tatsächlich liegt der Altersdurchschnitt bei den meisten Reiseveranstalter im oberen Bereich. Das es auch anders geht, zeigte sich erst kürzlich wieder im Schwedischen Stockholm. Statt kaffeetrinkender Rentner mit Hang zur Schlagermusik, machten sich etwa 2000 Heavy-Metal-Fans auf den Weg von der schwedischen Hauptstadt zur finnischen Stadt Turku: die “Schweden Rock Cruise” legt ab und hat bis auf das Schiff und das Wasser so gut wie nichts mit einer üblichen Kreuzfahrt gemein.

Ein Festival-Veranstalter organisiert zwei Mal im Jahr die etwas andere Art der Schiffsreise und findet jedes Mal regen Anklang bei den etwas anderer Passagieren. Sechs zum Teil international bekannte Bands aus der Heavy-Metal-Szene heizen die Gäste an Bord kräftig ein und machen die Tour zu einer einzigen dezibel-starken Party. Zwischen den Auftritten sorgen die tätowierten, gepiercten und in Leder gehüllten Metal-Anhänger selbst für jede Menge Lärm. Von Vorteil ist dabei auch die finnische Insel Aland, die während der Tour angesteuert wird und einen EU-Sonderstatus inne hat: durch diesen kann Alkohol an Bord steuerfrei erworben werden, was die trinkfreudigen Herzen der Passagiere höher schlagen lassen.

Aber auch auf dieser Reise zeigt sich ein erhöhter Altersdurchschnitt: zwar tragen die Endfünziger jugendliche T-Shirts mit provozierenden Aufdrucken, benehmen sich jedoch besser, als es der Szene nachgesagt wird. Geraucht wird brav an Deck und die leeren Alkoholflaschen werden entsprechend entsorgt. Ein Vorteil, den auch das Bordpersonal zu schätzen weiß. Nur während den Auftritten der Bands scheint dier Stimmung aus dem Ruder zu laufen, wenn Betrunkene wie wild durch die Gegend springen und brüllend an eine Horde Wilder erinnert. Nach 24 Stunden ist der “Spuk” vorbei, bis zum nöchsten Mal!

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07. Nov 2011

Neues Album von Feist

Verfasser: Das Team In: Independent

© jehafo - Fotolia.com

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Leslie Feist ist zurück und hat ihr neues Album mit dem Namen “Metals” veröffentlicht. Und sie hat es geschafft, dort anzuknüpfen, wo sie aufgehört hat. Mit Musik, die alles und jeden in ihren Bann zieht, mit einer Stimme, die einem ein wohltuendes Gefühl bereitet und man nie wieder vergessen kann. Wer sich aber im Bereich des Indie-Pop nicht auskennt, wird sich wohl fragen, wer Leslie Feist eigentlich ist?

Die kanadische Sängerin, Gitarristin und hervorragende Songwriterin tritt zumeist nur unter dem Namen “Feist” auf und ist keinesfalls neu im Musikgeschäft. Vielmehr ist sie in der kurzlebigen Welt der Musikindustrie ein “altes Häschen”, was wohl ihr nunmehr viertes Studioalbum unter Beweis stellt. Angefangen mit Punk-Rock-Musik, die ihr fast die Stimme kostete, wurde sie schnell ruhiger, sanfter und emotionaler. So richtig bekannt wurde sie mit ihrem Song “1234″, den die Firma Apple in die Werbung des neuen iPod nano integrierte. Danach schnellten die Verkaufzahlen ihrer Musik in die Höhe. Ihr Album “The Reminder” wurde ihr größter Erfolg. Es folgten jede Menge Auftritte bei Festivals, eigene Konzerte und eine vierfache Grammy-Nomminierung. Doch Erfolg im Musikbusiness fordert in der Regel seinen Tribut und so musste auch Feist erkennen, dass der Erfolg auch Schattenseiten hat.

Nach einer zweijährigen Pause und vier Jahre nach “The Reminder” ist die mit “Metals” wieder da und beweist damit, dass eine Auszeit nicht schadet, im Gegenteil sogar manchmal der einzig richtige Weg ist. Die neuen Songs sind so emotional, sanft und so gefühlvoll gesungen, dass man die Welt um sich herum vergessen kann. Sie lässt einem alles in Zeitlupe wahrzunehmen und bringt einem weg von der harten Realität. Ob das gewollt ist, kann man nicht sagen. Sie ist nun mal so, wie sie ist. Ihr Musik kommt aus dem Bauch heraus, sie singt, wie sie fühlt. Auch wenn Kritiker die neuen Songs als zu schwer, zu melancholisch bezeichnen, bleibt es doch sehr authentisch und man nimmt ihr jeden ihrer Songs als ihr eigenes Gefühl ab, das sie versucht, mit allen anderen zu teilen. Eine Art emotionale Offenbarung, die zugleich sehr intim wirkt.

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